WHO definiert „Burn Out“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verantwortet einen Katalog der rund 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen. Dieses internationale Klassifikationssystem wird von den 194 Mitgliedsstaaten getragen und ist quasi das Verzeichnis der anerkannten Krankheiten.

„Burn-Out“ ist ebenfalls Teil dieser Liste – in der neuen Fassung aber in einer sehr eng definierten Form. So beschreibt die WHO Burn-Out als Syndrom, das durch chronischen Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich verarbeitet wird. Merkmal ist einerseits das andauernde Gefühl von Erschöpfung. Eine zunehmende geistige Distanz oder eine negative Haltung zum eigenen Job gehören zwingend zu dieser Definition. Ebenso ein dadurch verringertes berufliches Leistungsvermögen. Erst wenn all diese Elemente zusammenwirken, wird in Zukunft von Burn-Out diagnostiziert.

Wurde bisher im Alltag Burn-Out vielfach als allgemeines Erschöpfungssyndrom gesehen und in manchen Fällen auch viel zu schnell und häufig als Umschreibung eines indifferenten Zustandes verwendet, so geht die WHO hier einen klaren Weg der Differenzierung: Der Begriff Burn-Out soll ausschließlich im beruflichen Zusammenhang und nicht „für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen“ verwendet werden.

Der neue Katalog soll ab Januar 2022 gelten, wobei ein konkreter Zeitpunkt für die Einführung in Deutschland noch nicht fest steht.

Mit dieser neuen Definition und auch Beschränkung auf den beruflichen Bereich wird zumindest mal eine klare Linie verfolgt. Unbestritten ist, dass Burn-Out die Folge einer oft lange andauernden Fehlentwicklung im persönlichen Umgang mit Stress ist. Umso wichtiger ist es, seine eigene Kompetenz für einen konstruktiven Umgang mit Stress zu entwickeln. Denn auf diese Weise können Sie selbst aktiv in das Geschehen eingreifen.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gelassen.

Ihr Jan O. Deiters